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Marc Hermann
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Hast Du mit anderen zusammengearbeitet?

Abgesehen von der Musik wurde Kicker allein von mir produziert. Aber ich hätte es niemals ohne Diskussionen mit und Rat von Freunden und den Leuten im Newtek-Forum geschafft. Jeder, dem ich im Abspann danke, hat einen wertvollen Beitrag zum Film erbracht. Die Musik wurde von meinem damaligen Mitbewohner Patrick Spitzer komponiert und von ihm und mir arrangiert.

Der einzige Verantwortliche für den Film zu sein war einerseits super, denn ich hatte über jeden Aspekt die volle Kontrolle. Andererseits lastete diese Verantwortung auch schwer auf mir, zum Beispiel wenn entschieden werden musste, wann die Oberflächen offiziell fertig sind und der nächste Arbeitsschritt folgen kann. Diese Entscheidungen dennoch zu fällen, war eine der wichtigsten Lehren.

Ein weiterer negativer Aspekt der Arbeit allein war die Auswirkung, die das auf mein Sozialleben hatte. Während dieser achtzehn Monate war ich so darauf fixiert, diesen Film zu produzieren, dass ich am Wochenende kaum noch ausging. Manche Leute riefen dann auch irgendwann nicht mehr an, denn sie wussten, wie meine Antwort lauten würde: "Tut mir leid. Du weißt ja ... mein Film..." Zum Glück war dieser "Abstieg" nicht unumkehrbar.

Wie hast Du im Missouri-Vide das Gesicht des Sängers auf den Bauklotz bekommen.

Die Gesichter auf Bauklötze zu legen, war meine Ausgangsidee für das Video. Ich ließ den Sänger das Stück vor einem Bluescreen vortragen und filmte ihn dabei jeweils von vorne und von der Seite. Dabei musste er einerseits den Kopf still halten, andererseits doch einigermaßen ausdrucksstark singen, was eine schwierige Kombination ist. Wir schafften es im dritten Durchlauf, na ja, eigentlich schaffte er es.

Ich habe dann mit Eyeons DFX+ den Bluescreen entfernt und das Video noch stabilisiert. Diese zusätzliche Stabilisierung war notwendig, weil sonst die leichten Bewegungen des Sängers mit denen seines Bauklotz-Kopfes konkurriert hätten.

Nun hatte ich also eine Bildfolge, die mit der Musik synchron war und als Textur genutzt werden konnte. Das Problem war das nun auftrat war, dass der Sänger immer den Betrachter anstarrte, auch wenn sich sein Klotz-Kopf zur Seite drehte. Reichlich irritierend, um es mal gelinde auszudrücken. Die Lösung war allerdings recht einfach: Ich fügte einen Gradienten hinzu, der die Textur mehr oder weniger sichtbar machte, je nachdem wie sehr es der Kamera zugewandt war. Auch wenn dies nur eine Kleinigkeit war, so blieb es mir als einer der besten Momente der Produktion in Erinnerung, weil plötzlich alles gut aussah.

(QuickTime - 17.7 MB)

Hast Du auch die Gesichter der anderen Bandmitglieder verwendet?

Ja, wir hatten eine große Bluescreen-Session in dem Studio, dass ich dafür gemietet hatte. Jedes der anderen drei Bandmitglieder kommt im Video vor. Einer ist der Freund des Mädchens und die anderen sind die beiden Typen, die sich unterhalten, während der Sänger vorbeiläuft. Dann gibt’s noch das Mädel, und ich konnte natürlich nicht widerstehen, mich selbst im Video unterzubringen. Ich bin derjenige, der hinter dem Sänger geht, als dieser sein Haus verlässt. Aber selbst in Fernsehauflösung bin ich kaum wiederzuerkennen.

Als ich das Video plante, dachte ich, ich könnte passend zum Handlungsverlauf bestimmte Gesichtsausdrücke der Leute verwenden. Ich habe sogar jeden gefilmt während ich Anweisungen gab: "OK, lächeln! Super! Jetzt bist Du traurig... Nein, nein, Du kannst viel trauriger gucken...". Leider fehlte mir die Zeit diese Juwelen des Laienschauspiels im Video unterzubringen.



Hast Du das Missouri-Video auch allein produziert?

Ja, auch wir war nur ich an der Produktion beteiligt. Ich habe etwa acht Wochen vollzeitlich daran gesessen. Und auch hier musste ich noch während der Produktion neue Sachen lernen: Bluescreen-Keying, Rigging, Geh-/Lauf-Zyklen. Immerhin habe ich es noch auf die harte Tour gelernt und werde deshalb LightWave [8] wohl umso mehr zu schätzen wissen.

Woran arbeitest Du im Moment?

Ich arbeite gerade and der Geschichte für einen neuen Trickfilm, bin aber noch ziemlich am Anfang.

Daneben will ich noch wissenschaftliche Visualisierung in mein Portfolio aufnehmen. Das wird in den nächsten Wochen oberste Priorität habe, denn ich versuche meine Haupteinnahmequelle von web-basierten zu Computergrafikprojekten zu verlagern.

Was hast Du denn für unsere werten Leser mitgebracht, Marc?

Es handelt sich um das Modell des Kickertisches mit Texturen und den Darktree Shadern (die jeder mit dem kostenlosen Simbiont plug-in nutzen kann: http://www.darksim.com/html/simbiontlw.html). Die 22 Spielfiguren stecken in einer anderen Datei. Ich habe eine neue Datei mit einem einzigen Spieler (samt Endomorphs und Shader) beigelegt. Nun sollte jeder in der Lage sein "Kicker 2 — Verlängerung" zu produzieren.

Die Anwender müssen LightWave vermutlich noch mal mitteilen, dass die Shader im darktree-Verzeichnis liegen. Zudem sind Layer- und Oberflächennamen alle auf Deutsch, aber das sollte die Leser dieser Interviewfassung wohl am wenigsten stören ;-)

Windows
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487 kB - Nür PC
Nicht für den kommerziellen Gebrauch

Wow! Danke, Marc. Sollte jemand mutig genug sein, eine Fortsetzung zu Kicker zu drehen, her damit! Mehr von dem was Marc macht gibt’s auf das website.

Marc Hermann  
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