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Marc Hermann
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Und was könnte verbessert werden?

Die Benutzerschnittstelle: Die sollte sich viel stärker an die Vorgaben und Möglichkeiten des Betriebssystems halten, gerade was Tastatursteuerung und generelle Konsistenz angeht. Weiter hin sollte wirklich alles per "Undo" rückgängig gemacht werden können. Und dass man mehrere Dinge gleichzeitig bearbeiten kann, sollte auch immer möglich sein.

Dann hätte ich gerne eine ausgefeiltere Konstruktions-History im Modeler und parametrische Objekte, deren Parameter auch editierbar bleiben. Gegen einen Geschwindigkeitszuwachs bei LightWaves Renderer hätte ich auch nichts einzuwenden.

Mit was für einem Rechner arbeitest Du im Moment?

Mit einem Dual Athlon (2 GHz) mit 2 GB RAM und 200 GB Festplattenspeicher. Die Grafikkarte ist nur eine bescheidene GeForce FX5200, welche zwei Monitore versorgt. I hab außerdem ein Pentium-III-Notebook und baue gerade an einem weiteren Dual-CPU-Rechner zum Rendern.

Auf welche Plug-ins könntest Du nicht mehr verzichten?

Wenn ich nur ein einziges Plugin verwenden dürfte wäre es X-Dof 2 von Evasion. Daneben benutze ich noch regelmäßig Darktree samt Simbiont Plug-in für prozedurale Texturen.

Deine Meinung: Zusammen oder getrennt? :)

Getrennt. Ich könnte auch noch eine weitere Anwendung nur zum Rigging vertragen. ;-)

Wie kamst Du auf die Idee zu Kicker?

Ich saß in meiner Lieblingskneipe in Hamburg und schaute anderen Leuten beim Kickern zu. Kurz zuvor hatte ich mich entschieden, wieder "was mit 3D" zu machen und war auf der Suche nach einer Idee, und da war sie. Na ja, zuerst plante ich, einfach einen Kickertisch für ein paar schöne Standbilder zu modellieren. Und schließlich fragte ich mich: "Was wäre, wenn die Figuren lebendig wären und spielen würden?"

Nachdem die Grundidee gefunden war, wurde es wie immer etwas komplizierter. Auf einmal tauchten Probleme auf wie: Woher bekommen die eigentlich einen neuen Ball, wenn ein Team ein Tor schießt? Woher kommt der Ball überhaupt? Warum ist das Licht noch an, obwohl keiner mehr im Raum ist? Die Haupthandlung in einen Traum zu verlegen und mit Golden-Goal-Regel und nur einem Ball zu spielen, klingt nach einer offensichtlichen Lösung, aber es bedurfte doch einiger reger Diskussionen mit Freunden, bis ich darauf kam.

Ich habe schon mal "echte" Tischfußballspiele gesehen, bei denen Menschen an die Stangen geschnallt werden. Hast Du Dich davon inspirieren lassen?

Nein. Ich weiß zwar, dass es diese Spiele gibt und habe auch mal gesehen, wie so eins für ein Straßenfest in Hamburg aufgebaut wurde, habe aber noch nie einem Match zugeschaut.

Das erinnert mich aber an einen schockierenden Moment. Ich hatte gerade mit den Arbeiten an Kicker angefangen, und las in der 3D World vom August 2001 eine Nachricht, die so begann: "Tischfußball mal anders..." Darin ging es um eine Pepsi-Werbung die von The Mill gemacht wurde. Die haben die Figure eines Kickertischs teilweise durch bekannte Spieler wie Beckham oder Davids ersetzt. War also nicht ganz das, was ich machte, aber ich erinnere mich noch an den Schock als ich diese erste Zeile las: "Oh nein!" dachte ich, "das gibt’s schon".

Es haben mir allerdings unlängst zwei deutsche Trickfilmer geschrieben, dass sie gerade an etwas ähnlichem arbeiten. Ich kann mir vorstellen, wie sie sich gefühlt haben müssen, als sie Kicker sahen.

Wie lang hast Du an Kicker gesessen?

Ich habe im Juli 2001 angefangen, gleich nachdem LightWave 6.5 mit der Post kam. Das Modellieren des Tisches und der Figuren war schon in vollem Gange, als ich immer noch plante, was genau passieren sollte. Die endgültige Schnittfassung habe ich im Februar 2003 fertiggestellt; also kann man sagen, dass es gut anderthalb Jahre waren. Mit Ausnahme eines Monats, in dem ich mich vollzeitlich der Animation widmete, habe ich nur an Wochenenden und an Abenden gearbeitet. Du musst bedenken, dass ich mich in der Zeit auch erst mal mit der Software und den allgemeinen Produktionsabläufen vertraut machen musste. So betrachtet ist vermutlich gar nicht sooo lange. Allerdings sind Menschen, die mit Trickfilm nicht so vertraut sind, in der Regel überrascht und können kaum glauben, dass es so lange dauerte um nicht mal drei Minuten Film abzuliefern.

Marc Hermann  
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